Es
schien ein idyllischer Samstag nachmittag zu sein. Die Temperaturen waren sommerlich,
sie luden förmlich dazu ein, einen kleinen Ausflug zu machen. Tatsächlich quälte
sich eine Gruppe von Mountainbikern den teilweise beschwerlichen und schweißtreibenden
Weg auf den Kürnberg hinauf. Etliche Höhenmeter waren zu bezwingen, und besonders
die letzten hatten es in sich.
Der Schein trügt, die Motivation dieser Mountainbiker war nur zweitrangig sportlicher Natur. Das Ziel war nicht die Elisabethwarte, sondern vorerst unbekannt. Hannes veranstaltete nämlich seinen Polterabend. In weiser Voraussicht - um etwaige Planungen und Vorbereitungen zu erschweren - hielt er den Veranstaltungsort geheim. Wir wußten - offiziell - nur, daß wir uns zu einer gewissen Zeit mit den Mountainbikes im Feuerwehrhaus einfinden sollten.

Irgendwann gelangten wir (die lustigen Mountainbiker, die bei sommerlicher Hitze unterwegs sind) doch zum Ziel: Das Anwesen der Familie von einem Arbeitskollegen von Hannes. In einem Nebengebäude des Bauernhofes fanden wir tatsächlich ideale Bedingungen für eine Polterfeier dieses Ausmaßes vor.
Zunächst einmal wurden wir aber verköstigt: Besonders hervorzuheben ist das vorzügliche Abendessen - Grillkotelettes und Grillwürstchen mit Beilagen wurden von den hungrigen Bikern begeistert aufgenommen.
Dann wurde es ernst: Schließlich waren wir neugierig, und ein Haufen Fragen waren zu klären. Exta zu diesem Anlaß wurde eine ähm ... - sagen wir ein Modell - beschaft.
Hannes
durfte uns damit einige interessante Dinge zeigen. Vom Kennenlernen seine zukünftigen
Frau bis zum Heiratsantrag, vom ersten Kuß bis zur - sagen wir mal so - Entstehung
seiner beiden Kinder. Natürlich können wir hier in diesem Rahmen nicht alles
zeigen, da wir sonst die Zielgruppe dieser Website stark einschränken müßten.
Hannes hat auch ein Gedicht geschrieben, das er bei der Trauung dann als Jawort vortragen wird. Wir durften es exklusiv in dieser Runde schon vorab hören.
Als
Auflockerung nach diesen vielen bekanntgewordenen Tatsachen wurden einige Gesellschaftsspiele
gespielt. Eines davon, "Rüppel Düppel", wird immer all jenen zum besonderen
Verhängnis, die es zum ersten mal spielen und sich das Sprücherl partout nicht
merken können.
Nach
den Spielrunden kam der nächste Programmpunkt: Poltergeist Hannes bekam sein
Modell an den Rücken geschnallt, wurde mit Handschellen versehen und aus dem
Gebäude hinausgeführt.
Dabei passierte etwas Unvorhergesehenes: Geistesgegenwärtig schloß Hannes den zweiten Teil der Handschelle um das Handgelenk der Tochter der Gastgeberfamilie. Somit hatte er eine Geißel und wir konnten ihn nicht mehr so leicht am Mast festmachen.
Aber
das wurde dann doch gekonnt gelöst: Ein ranghohes Wasserwehrmitglied machte einen
Spezialknoten, der mindestens so schwer zu öffnen ist wie die Handschellen.
Damit wurde Hannes an einem nahegelegenen Mast festgemacht. Auch seine Geißel konnte dann durch geschickte Verhandlungen befreit werden.
Nun konnte endlich die Prozedur des "Teerens und Federns" beginnen.

Hannes war somit vorerst außer gefecht gesetzt. Er mußte erst einmal den Spezialknoten öffnen, damit er vom Mast loskam. Anschließend durfte er sich etwas kultivieren, um dann wieder an seinem Polterabend teilnehmen zu können.
In der Zwischenzeit wurden die im Trainingslager in Pustritz erlernten Kenntnisse im Nageln aufgefrischt und verbessert.
Schließlich
war auch Hannes wieder bereit für "Action". Er durfte, begleitet vom
3/4 Gesang seiner Gäste, den einstudierten Hochzeitswalzer vorführen. Glücklicherweise
fand sich schnell ein Kamerad, der sich als Tanzpartnerin zur Verfügung stellte
und sich zu diesem Zweck auch die "Kleidung" des "Modells"
anzog.
Was natürlich bei keiner Hochzeit fehlen darf, ist das Über-die-Schwelle-Tragen
der Braut. Auch hierfür stellte sich Kamerad Tanzpartnerin zur Verfügung, und
wurde - mehr schlecht als recht - über die Schwelle befördert.
Die
Bewertungen für Tanzeinlage und Schwellenwurf fielen nicht sehr überzeugend
aus - keine einzige 10er Wertung - hier besteht noch etwas Übungsbedarf. Aber
es ist ja noch Zeit bis zur Hochzeit, und die Pseudo-Tanzpartnerin war offensichtlich
auch nicht die beste Wahl.
Das Tanzen ist ohnehin nicht gerade das optimale Programm für einen Polterabend. Viel männlicher ist hier schon der Kraftsport, der hier spontan als Ausgleich angestartet wurde. Zahlreiche Duelle im Armdrücken wurden bestritten.
Aber
nicht für alle ist Armdrücken gut geeignet. Die hohen Anstrengungen, die hier
aufgewendet werden müssen, ließen so manchen aus dem Gleichgewicht kommen. Gut,
daß hier gleich vor der Haustür ein Gerät zum Ausdrehen des Schwindelgefühls
bereitstand.
Hannes, wir bedanken uns bei Dir und Deinem Arbeitskollegen samt Familie für
diesen gemütlichen und besinnlichen Abend. Wir wünschen Dir noch alles Gute
bis zu Deiner Hochzeit! (Die Wünsche für die Hochzeit und die Zeit danach werden
wir dann bei der Hochzeit selbst ausrichten.)
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